Jürgen. Wie alles entstand.

Wie komme ich auf so eine Idee und so ein Buch?

Jürgen. Wie alles entstand.

Rettungsdienst. Krisenintervention. Privat. Seit über 30 Jahren ist der Tod in meinem Leben präsent. Aus Angst vor ihm wurde Liebe zu ihm.

Wenn es um den Tod geht, kommen die Haltungen der Menschen zum Vorschein. Die einen glauben an ein Danach, die anderen verneinen das kategorisch. Bibelzitate hier, östliche Philosophie dort. Alle irgendwie sicher.

Immer wieder das jüngste Gericht

Ein Bild, das mich nicht loslässt. Ich sehe es weder biblisch noch christlich. Aber die Idee, dass mir das Leben gegeben wurde, dass ich es mehr oder weniger lebte und nach meinem Tod dazu befragt werde, hat mich früh erwischt. Seitdem nicht mehr losgelassen.

„Und, Georg, dann erzähle doch: was hast du aus dem Leben gemacht, das dir gegeben wurde?”

Wenn ich mich dann dort sehe, jammernd und stammelnd, dass es deshalb und diesterwegen nicht möglich war, meine Potenziale zu leben, dass ich ja nie eine Chance hatte, dass alle anderen böse waren und Schuld hatten, wird mir schlecht. Richtig schlecht. Und es ist mir irrsinnig peinlich. Mit anderen Geschenken gehe ich doch auch nicht so entwürdigend um.

Das jüngste Gericht im Coaching

Ich begann, dieses Bild in meiner Arbeit einzusetzen. Sobald klar war, dass es mir nicht um christliche Glaubensfragen geht, wurden meine Klientinnen nachdenklich. Sehr nachdenklich sogar. Noch heute berichten mir manche, dass sie dieses Bild hervorholen, wenn sie anfangen, die Verantwortung für ihr Leben bei anderen abzuladen.

Bald erzählte ich auch privat davon. Gleiche Reaktion. Immer.

Irgendwann fragte ich mich: Was wäre, wenn jemand tatsächlich vor diesem Gericht stünde? Und was wäre, wenn er partout nicht kapieren würde, worum es geht. Nicht aus bösem Willen. Einfach so.

So entstand Jürgen.

Jürgen ist tot. Er weiß es noch nicht so genau. Und er hat EINIGE Erklärungen parat.